Erweiterung Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße

Online-Dialog, Mauerstreifzüge und eMeeting zur Beteiligung der Bürger

Die Bernauer Straße ist ein besonderer Teil Berlins – an der ehemaligen Grenz- und heutigen Trennlinie zwischen den sehr unterschiedlichen Stadtteilen Mitte und Wedding ist u. a. der einzige Original-Mauerstreifen in der Hauptstadt erhalten. Im Rahmen eines Gesamtkonzepts aus dem Jahr 2006 zur Erinnerung an die Berliner Mauer sollte die Gedenkstätte erheblich erweitert werden. Da an dieser sensiblen Stelle viele Anliegen aufeinander treffen, führte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin im Vorfeld eines internationalen Wettbewerbs einen umfangreichen Bürger-Dialog durch. Ziel war es, Anregungen zur weiteren städtebaulichen und gestalterischen Konkretisierung des Projekts, für den Gestaltungswettbewerb und das Bebauungsplan-Verfahren zu sammeln.

Zebralog und sbca entwickelten diesen Dialog unter Mitwirkung zahlreicher Akteure vor Ort, wie Vertreter der Gedenkstätte und dem Pfarrer der Versöhnungskirche. Im Juni und Juli 2006 hatten alle Interessierten die Möglichkeit, sich im Internet über das Erweiterungskonzept für die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße zu informieren, eigene Gedanken und Anregungen zu äußern und mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Parallel dazu konnten sich Anwohner, Touristen und Interessierte vor Ort bei den Mauerstreifzügen über die Geschichte und Zukunft des Ortes informieren und Gedanken dazu entwickeln.

Das Interesse an dem Thema war groß: Insgesamt besuchten rund 10.000 Bürger im Rahmen des 14-tägigen Online-Dialogs die Internetplattform. Von den 280 registrierten Teilnehmern wurden insgesamt über 360 Beiträge in das Forum gestellt.

Der Bürger-Dialog wurde im September mit einer besonderen Bürgerversammlung – einem eMeeting – abgeschlossen. Im eMeeting wird die die klassische Aufteilung von Podium und Publikum aufgebrochen. Alle Teilnehmer können über „Keypads“, kleine elektronische Handgeräte, ihre Meinung aktiv und anonym zum Thema abgeben. Die Ergebnisse werden direkt auf der Leinwand präsentiert. So kann das Meinungsbild des Publikums auch zu spontan entstehenden Fragen deutlich gemacht werden. Das eMeeting erwies sich wieder als effektiver Weg, um einer großen Gruppe von Bürgern eine Stimme im Entscheidungsfindungsprozess zu geben. Sie diskutierten mit dem Abteilungsleiter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Hilmar von Lojewski.

Leistungen: Kommunikationskonzept, Texte, Konzeption und Durchführung der Mauerstreifzüge, Texte, Betreuung der beteiligten Partner, Öffentlichkeitsarbeit

Abbildungen: Zebralog

www.berlin.de/mauerdialog