Temporäre Gärten

Interventionen und künstlerische Interaktionen im Stadtraum

Im Jahr 1997 blühten die Temporären Gärten zum ersten Mal als eine Aktion der Landschaftsarchitekten Daniel Sprenger und Marc Pouzol mit einer Reihe von Kollegen im Berliner Stadtraum auf. Seitdem veränderten sie die Wahrnehmung von städtischen Orten und Arealen, die sonst nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit standen, in Berlin, aber auch in Le Havre, Frankreich, in Tartu, Estland und in Aachen.

Gärten und Landschaften sind Ideen, gemeinsame Definitionen, die Bilder im Kopf auslösen. Auch die Temporären Gärten spielten mit diesen Bildern. Nicht das festgeschriebene, das geplante, eingezäunte und durch Verordnungen geschützte Stadtgrün löst Sehnsüchte, Freude und eigene Ideen aus. Es sind oft die kleinen Eingriffe, die scheinbar logischen Ergänzungen oder Brüche, die Gewohnheiten in Frage stellen. Die gärtnerischen Interventionen machten Potenziale im Stadtraum sichtbar und ließen Teilnehmer und Besucher die Flächen zwischen Abstandsgrün, Haus und Straße wieder als Kommunikationsort entdecken.

Jedes Jahr entwickelten die Organisatoren ein Thema und fanden einen neuen Ort. Sie luden Landschaftsarchitekten, Architekten, Künstler und Studenten aus dem In- und Ausland ein, ihre Ideen einzureichen, darunter viele, die heute einen Namen in der Szene haben. Aus dieser Sammlung entwickelten sich im Laufe einiger Monate dann die Temporären Gärten mit rund 20 Projekten.

Die Temporären Gärtner beschäftigten sich mit dem, was sie in der Stadtlandschaft vorfanden. Sie untersuchten einen Ort mit seinen architektonischen, sozialen und historischen Besonderheiten, um ihn dann für vier Tage im Sommer zu bespielen. Die Akteure erwiderten mit ihren Arbeiten aber nicht nur den vordergründigen Blick auf einen oftmals wenig beachteten Stadtteil, sondern stellen die grundsätzliche Frage, wie städtischer Lebensraum wahrgenommen und welches kulturelle Verständnis diesem entgegengebracht wird.

Im Jahr 1999 stieß Sally Below zum Team. Was mit der Unterstützung der Kommunikation begann, wurde zu einem umfangreichen Aufgabenfeld. Gemeinsam mit Daniel Sprenger war Sally Below seit 2002 auch Veranstalter. Mit den Temporären Gärten in Aachen 2008 endete die Reihe. Sie hat viele andere zu ähnlichen Aktionen animiert.

Leistungen: Initiative Konzeption, Konzeptfortentwicklung mit Daniel Sprenger und Marc Pouzol, Projektmanagement, Betreuung des Ausschreibungsverfahrens, Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungsorganisation, Partnerbetreuung und Fördermittelakquisition

weitere Informationen: Temporäre Gärten

Abbildungen: Yann Monel